Aktuelles


Gedenkveranstaltung für Arno Esch in Rostock

Rund 50 Weggefährten von Arno Esch, Beschäftigte der Universität Rostock und Mitglieder des VERS haben am Dienstag, den 6. Februar 2018 dem von den Sowjets hingerichteten ehemaligen Rostocker Studenten gedacht. Arno Esch wäre an diesem Tag 90 Jahre alt geworden. Im Beisein des Rektors der Universität Rostock, Prof. Dr. med. Wolfgang Schareck, legten die Mitglieder des VERS im Hörsaal der Universität einen Kranz zu Ehren Eschs nieder.

VERS-Nachrichten 2018

Die VERS-Nachrichten Nr. 48, Jahrgang 2018, sind mit folgenden Themen erschienen (Download hier) und werden in den kommenden Tagen verschickt.

VERS-Seminare von 1958 bis 2017

Eine Übersicht über die Themen der VERS-Seminare zwischen 1958 und 2017 finden Sie hier.

Die Titel der einzelnen Vorträge von 1990 bis 2017 sind hier aufgelistet.

Die Kurzfassungen der Vorträge von 2002 bis 2017 sind hier nachzulesen.


Arsenij Roginskij ist am 18. Dezember 2017 gestorben.

Arsenij Roginskij (Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung)

(Foto: Bundesstiftung Aufarbeitung)

Die russische Menschenrechtsorganisation MEMORIAL ist sein Werk. Mit Mut und Ausdauer hat er hat er sie gegen alle Anfeindungen geleitet und ihr in der Welt Gehör geschaffen. Der Kampf um die Menschenrechte und um die Aufarbeitung der stalinistischen Verbrechen waren sein Lebensinhalt. In dem von ihm gemeinsam mit der Stiftung Aufarbeitung verfassten Buch „Erschossen in Moskau“ hat er etwa 1000 deutschen Frauen und Männern, die zwischen 1949 und 1953 in Moskau erschossen und in Massengräbern anonym verscharrt wurden, ihre Namen zurückgegeben. Damit wird Arsenij Roginskij unvergessen bleiben.

Deutschlandfunk Kultur sendete am 18. Dezember einen Nachruf auf Arsenij Roginskij, der hier abzurufen ist.


Prof. Dr. Gerhard Meinl ist am 23. September 2017 im Alter von 92 Jahren verstorben.
Prof. Dr. Gerhard Meinl

Für Gerhard Meinl war es wahrscheinlich eines seiner bewegendsten Erlebnisse, als die ehemaligen Rostocker Studenten, die seit Jahrzehnten im Westen lebten, sich mit ihren alten Freunden nach dem Ende der SED-Diktatur wieder in Rostock begegneten. Es folgte eine Zeit des Aufbruchs. Die Sektion Rostock des VERS wurde gegründet, und Gerhard Meinl übernahm  Verantwortung. Er bemühte sich, die Beziehungen zur Universität aufzubauen. Er übernahm die Kärrnerarbeit, sich durch das Archiv der Universität zu arbeiten, um so die Einflüsse von SED und Stasi auf das gesamte Leben der Universität Rostock sichtbar zu machen. All das hat in den Veröffentlichungen des VERS seinen Niederschlag gefunden. Damit hat Gerhard Meinl sich um die Aufklärung der Nachkriegsgeschichte der Universität große Verdienste erworben.

Verbunden war er der Universität Rostock seit seiner Studienzeit. Nach der Kriegsgefangenschaft begann er 1947 dort sein Biologie-Studium. Es folgten die Assistententätigkeit am Botanischen Institut und die Promotion. In den Jahren zuvor hatte es immer wieder Verhaftungen an der Rostocker Universität durch die Besatzungsmacht gegeben. Die Staatssicherheit setzte das fort und verhaftete 1954 eine vermeintliche Agentengruppe an der Universität. In reiner Willkür wurde Gerhard Meinl zu deren Anführer gemacht und zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vier Jahre verbrachte er im Zuchthaus Bützow-Dreibergen. Nach seiner Entlassung hatte er Glück und konnte in seinem Beruf weiterarbeiten und in der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR untertauchen.

Mit dieser Erfahrung von Unfreiheit und Diktatur engagierte er sich im VERS bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit.  Dafür wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Die Hauptversammlung des VERS ernannte Gerhard Meinl im Jahr 2011 zum Ehrenmitglied. Bis ins hohe Alter hat er den VERS bei den Tagungen der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen vertreten und sich für die Rechte anderer eingesetzt. Nun ist seine Stimme verstummt, doch seine Spuren werden erhalten bleiben. Wir trauern um einen außergewöhnlichen Menschen, einen zuverlässigen Freund und einen konsequenten Mitstreiter für Freiheit, Recht und Demokratie. Die Erinnerung an Gerhard Meinl werden wir in Ehren bewahren.


VERS-Seminar im Herbst 2017 in Waren Müritz

Das diesjährige Seminar des VERS fand vom 11. bis zum 13. September in der Europäischen Akademie Waren/Müritz statt. Das Programm kann hier eingesehen werden.

„Stier und Adler“

war der Titel der Tagung im vergangenen Jahr in Schwerin zum 200-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Mecklenburg und den Vereinigten Staaten von Amerika. Dazu ist jetzt in der Schriftenreihe der Stiftung Mecklenburg der Tagungsband erschienen. Für die an der jüngeren Vergangenheit interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren die Vorträge zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit und zum Austausch von Studenten und Wissenschaftlern der Universität Rostock und der Brown University in Providence, USA, in den 1980er Jahren von besonderem Interesse. Die schönfärberischen Formulierungen des damaligen Rektors, Prof. Wolfgang Brauer, wurden von den kritischen Zuhörern als extrem systemorientiert oder als naiv empfunden.

Karl Wockenfuß hat in seiner VERS-Publikation „Die Universität Rostock im Visier der Stasi“ aufgrund seiner Recherchen in den Akten der Stasi sehr ausführlich über dieses Thema berichtet und die Hintergründe offengelegt. Er konnte beweisen, wie die sogenannte wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Universitäten von SED und Stasi gesteuert war. Arvid Schnauer, der mit anderen VERS-Mitgliedern an der Tagung teilgenommen hat, wurde es versagt, diese Kenntnisse bei der Tagung vorzutragen. Ebenso wurde sein Diskussionsbeitrag über die Hintergründe dieser wissenschaftlichen Annäherung während des Kalten Krieges von Prof. Brauer durchweg ignoriert. Arvid Schnauer hat darüber in den VERS-Nachrichten  47/2017, Seite 24 ff, berichtet.

Im nun vorliegenden Tagungsband ist dem Rechnung getragen worden. Das Kapitel "Hinter den Kulissen: Die Beziehungen zur Brown-Universität (USA)" aus dem Buch von Karl Wockenfuß ist in einem abschließenden Abschnitt aufgenommen worden. Dadurch ist der geschichtsverfälschende Inhalt des Vortrags von Prof. Brauer deutlich widerlegt. Den Herausgebern des Tagungsbands sei dafür gedankt.


Stier und Adler, Herausgeber: Wolfgang Karge, Heiko Herold und Florian Ostrop, Hinstorff Verlag Rostock, 2017;  19,99 Euro,  ISBN: 978-3-356-02129-5


VERS-Nachrichten stehen zum Download bereit

Die VERS-Nachrichten stehen jetzt seit der Ausgabe 32 aus dem Jahr 2002 zum Download bereit. Sie zeichnen einen Rückblick auf die Geschichte des VERS der vergangenen 14 Jahre.




©VERS 2002 - 2018 letzte Änderung: 07.02.2018